Börsenlexikon

Begriffe

Aktienindex

Ein Aktienindex spiegelt die Entwicklung einer Vielzahl von Aktien wider, die an der Börse gehandelt werden. Man unterscheidet zwischen Kurs- und Performance-Indizes. Kursindizes geben nur die Kursänderungen der zugrunde liegenden Aktien wieder. Dagegen fließen bei Performance-Indizes auch die Dividenden in den Indexstand ein. Der prominenteste Aktienindex in Deutschland ist der Dax, ein Performance-Index aus den 30 wichtigsten Aktien der Bundesrepublik.

Anlageklasse

Um das riesige Angebot an Wertpapieren und anderen Investments zu strukturieren, werden sie in Anlageklassen eingeteilt. Dazu gehören Aktien, ETF’s, P2P Kredite und Robo Advisor. Wie ein Investor sein Kapital auf die verschiedenen Anlageklassen verteilt, ist für den Börsenerfolg weit entscheidender als die Auswahl der Wertpapiere innerhalb der Anlageklassen.

Blue Chips

Der Begriff Blue Chip stammt aus den USA. Er geht zurück auf die blauen Jetons im Casino – die mit dem höchsten Wert. So handelt es sich bei Blue Chips an der Börse um besonders große, wertvolle Aktiengesellschaften. Ihre Papiere sind sehr gefragt und haben eine hohe Börsenkapitalisierung.

Buy&Hold

Als Buy&Hold wird eine Investmentstrategie bezeichnet, bei der Wertpapiere einmal erworben und dann langfristig im Depot behalten werden. Damit soll eine nachhaltige Rendite unabhängig von kurzfristigen Kursschwankungen erzielt werden.

Depot

Ein Depot dient der Aufbewahrung von Wertpapieren wie Aktien oder ETF’s. Für gewöhnlich sind alle Wertpapiere im Depot mit ihrem Kaufpreis und der aktuellen Wertentwicklung gelistet.

Diversifikation

Nie alle Eier in einen Korb legen – den Spruch kennt fast jeder. Er beschreibt das Prinzip der Diversifikation. Das Vermögen wird auf verschiedene Anlageklassen verteilt, um das Gesamtrisiko des Portfolios zu mindern. Dadurch kann der Verlust eines Investments durch den Gewinn eines anderen zumindest teilweise ausgeglichen werden.

IPO (Initial Public Offering)

Im Rahmen eines IPO bringen Aktiengesellschaften neue Aktien erstmalig zum Verkauf an die Börse. Die Papiere stammen in der Regel aus dem Bestand der Altaktionäre oder aus einer Kapitalerhöhung.

Kapitalerhöhung

Manchmal brauchen Unternehmen zusätzliches Kapital, etwa um in neue Märkte zu expandieren, eine Übernahme zu finanzieren oder um Schulden zu tilgen. Dazu können sie Fremdkapital von einer Bank aufnehmen – oder eben ihr Eigenkapital stärken, also eine Kapitalerhöhung durchführen. Dies geschieht durch Ausgabe neuer Aktien.

Leerverkauf

Etwas verkaufen, was man gar nicht hat? An der Börse geht das. Entstanden sind solche Geschäfte im Warenterminhandel, um sich gegen künftige Kursschwankungen von landwirtschaftlichen Produkten abzusichern. Oft wird das Instrument auch zur Spekulation genutzt. Dabei verkauft der Investor ein Wertpapier, bei dem er mit einem Kursverfall rechnet, ohne es zu besitzen. Kann er es später zu einem niedrigeren Kurs erwerben, macht der Leerverkäufer einen Gewinn.

Rating

Analysten von Banken, aber auch unabhängigen Analysehäusern bewerten Aktien und sprechen Handelsempfehlungen aus. Diese können je nach Größe des Bankhauses bzw. Ansehen des Analysten großen Einfluss auf den Kurs einer Aktie haben.

Kennzahlen

Aktienkurs

Der Aktienkurs gibt den Preis an, für den ein Unternehmensanteil aktuell gehandelt wird. Gleichzeitig liefert der Aktienkurs durch seine vergangene Entwicklung einen Einblick in den Erfolg oder Misserfolg des Unternehmens.

Umsatz

Der Umsatz sagt noch nichts über die Profitabilität eines Unternehmens aus, ist aber ein Indikator für die Größe eines Unternehmens und fließt in viele andere Kennzahlen mit ein. Der Umsatz ist die Kennzahl, die ohne Berücksichtigung der Kosten angibt, wieviel das Unternehmen eingenommen hat?

Gewinn

​Der Gewinn ist eine der wichtigsten Kennzahlen! Aber Gewinn ist nicht gleich Gewinn. Hier sind die gängigsten Unterscheidungen das EBITDA, EBIT und der Jahresüberschuss.

Umsatz

– Produktionskosten

= EBITDA (Gewinne vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen)

– Abschreibungen (Wertverlust von Sachanlagen und immateriellen Gütern)

= EBIT (Gewinne vor Zinsen und Steuern)

– Zinsen

– Steuern

= Jahresüberschuss

Cashflow

Mit Cashflow wird der im Geschäftsjahr erzielte Zufluss bzw. Abfluss liquider Mittel aus der gewöhnlichen Tätigkeit des Unternehmens bezeichnet. Im Unterschied zum Gewinn dürfen fiktive Ausgaben wie Abschreibungen und Rückstellungen nicht im Cash Flow erscheinen.

Dividende

Die Dividende ist ein Anteil am Unternehmensgewinn, der an die Aktionäre fließt. Hierzulande werden Dividenden meist jährlich ausgeschüttet, in den USA oft einmal im Quartal. Die Hauptversammlung entscheidet über die Höhe der Dividende.

KGV

Ob eine Aktie günstig oder teuer ist, lässt sich am Kurs allein nicht ablesen. Dafür setzt man den Kurs ins Verhältnis zu einer Kennzahl wie dem Gewinn je Aktie. So erhält man das Kurs-Gewinn-Verhältnis (kurz KGV). Das KGV gilt als eine der wichtigsten Bewertungskennzahlen. Um abzuschätzen, ob die Aktie unter- oder überbewertet ist, sollte die Bewertungskennzahl des Unternehmens mit denen der Wettbewerber verglichen werden.

KUV

Das KUV verfährt nach dem gleichen Prinzip wie das KGV, nur das hier der Umsatz statt des Gewinns ins Verhältnis zum Aktienkurs gesetzt wird. Es zeigt wieviel Geld das Unternehmen pro Euro, den du in die Aktie investierst, einnimmt. Dabei solltest du beachten, dass der Vergleich von Unternehmen mit dieser Kennzahl in erster Linie branchenintern Sinn macht​.

Marktkapitalisierung

Die Zahl der Aktien eines Unternehmens multipliziert mit dem Kurs ergibt die Marktkapitalisierung, auch Börsenwert genannt. Die Marktkapitalisierung ist eine typische Kennzahl für die Größe eines Unternehmens und oft ein Kriterium dafür, ob eine Aktie in einen Index aufgenommen wird.

Eigenkapitalrendite

Als Aktionär eines Unternehmens bist du Eigenkapitalgeber. Das bedeutet, dass du am Gewinn beteiligt wirst, aber das Risiko der Wertschwankungen und im schlimmsten Fall des Wertverlustes eingehst. ​Die Eigenkapitalrendite als Aktienkennzahl setzt dabei den Gewinn (üblicherweise EBIT oder Jahresüberschuss) ins Verhältnis zu dem von den Aktionären eingesetzten Geld um zu ermitteln, wie rentabel das Aktionärsgeld eingesetzt wird.

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite gibt an, wie hoch die Ausschüttung pro Euro, den du investierst, zuletzt ausgefallen ist. Beträgt der Aktienkurs beispielsweise 100€ und es werden 3€ pro Aktie ausgeschüttet, beträgt die Dividendenrendite 3%.